Zooming on sustainability
Blog über nachhaltige Projekte zu Umweltschutz und Klimaschutz

Berlin bewirbt sich (mal wieder) für die olympischen Spiele. Für 2024 oder 2028. Auch Hamburg bewirbt sich für Deutschland, doch Berlin versucht durch ein nachhaltiges Konzept zu punkten. Im Mittelpunkt stehen sollen die Athleten und nicht die Funktionäre. Dabei sollen die Investitionen in die Stadien und Infrastruktur nicht etwa russische Dimensionen bekommen, sondern auf einer vernünftigen Basis stehen. Man will keine Protzbauten für ein einmaliges Event, sondern die Infrastruktur langfristig auch anderwertig nutzen.

Eine lobenswerte Initiative. Wobei man in Deutschland mit einem anderen Konzept sowieso keine Chance bei dere Bevölkerung hätte, zu groß ist in Deutschland mittlerweile das (gesunde) Mißtrauen gegen Großprojekte, was nach den Erfahrungen der olympischen Spiele in Sotschi und den WM-Vergaben nach Rußland und Katar auch mehr als berechtigt ist. Das Ganze klingt nach einer vernünftigen Bewerbung, welche die Bevölkerung mitnimmt. Ob man damit im Konzert der weltweiten Funktionärsgala eine Chance haben wird bleibt anzuwarten. Sympathisch ist das Konzept von Berlin aber auf jeden Fall. Der scheidende Bürgermeister Klaus Wowereit hat zudem ein Votum der Bürger angekündigt, ohne das man die Bewerbung nicht auf den Weg bringen will. Wer weiß wo aktuell Olympische Spiele und Fußball-Weltmeisterschaften stattfinden würden, wenn weltweit so mit augenmaß gehandelt würde.

In diesem Jahr wird zum sechsten Mal der Deutsche Klimapreis für Nachhaltigkeit verliehen, an dem sich Schülergruppen der Jahrgangsstufen 7 bis 13 beteiligen können. Der Preis ist mit insegsamt 65.000 Euro dotiert, für das Siegerteam winken alleine 10.000 Euro. Mitmachen dürfen Schüler und Schülerinnen aller staatlich anerkannten allgemeinbildenden Schulen, ausgenommen sind lediglich Berufsschulen.

Im letzten Jahr nahmen insgeasmt 150 Teams teil an dem von der Allianz Umweltstiftung veranstalteten Wettbewerb. Jedes Team muss einen Teamsprecher benennen und es braucht einen verantwortlichen Lehrer, der begleitend tätig ist. Pro Schule darf jedoch nur ein Team teilnehmen. Die Themengebiete sind dabei praktisch frei: von klassichen naturwissenschaftlichen Themen bis hin zu künsterlischen Beiträgen ist alles erlaubt. Besonders beliebt sind bei den Schülern meisten Themen rund ums Energie sparen. Aber auch gesellschaftspolitische Projekte sind möglich, es muss sich am Ende halt immer nur um das Ziel des nachhaltigen Klimaschutzes drehen.

Die Preisverleihung findet im Juni 2014 in Berlin statt. Weitere Informationen zu dem Wettbewerb findet man hier.

So ist das Ergebnis eines Städterankings aus der Wirtschaftswoche zum Thema Nachhaltigkeit, Untertitel: Die grünsten Städte Deutschlands.

Für den Sustainable-City-Index wurden in 56 Kategorien Werte erhoben. Dabei ging es um Transparenz, Wirtschaftskraft, Umwelt, Sozialkapital, Verkehr, Energie, Humankapital und Engagement vor Ort in den Städten. Durchgeführt wurde die Studie von der Christian-Albrechts-Universität in Kiel in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftswoche, dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel und von Kiel Economics.

Die Ergebnisse sind meist nicht wirklich überraschend, wer die meisten Städte kennt konnte die Ergebnisse erwarten. Dass beispielsweise Freiburg in vielen Disziplinen führt ist keine Überraschung, die Stadt ist nicht nur unter Experten ein leuchtendes Beispiel für Nachhaltigkeit. Auch der zweite Platz der Universitätsstadt Münster überrascht wenig: Die Hauptstadt Westfalens ist vor allem durch die hervorragende Gesundheitsversorgung sowie des nahezu perfekt funktionierenden Gemeinwesens in allen Bevölkerungsschichten und der Erholungsmöglichkeiten spitze.

Doch Sieger ist eine Großstadt, was vielleicht etwas überrascht. Nicht dass es Stuttgart ist, aber doch dass es eine so große Stadt ist. Und das zeigt: Nachhaltigkeit ist kein Spezialthema für kleine Gemeinden, nein das Thema Nachhaltigkeit ist allgegenwärtig. Stuttgart profitiert in dieser Statistik besonders von seiner Wirtschaftskraft und nachhaltiger Energie- und Umweltpolitik sowie in der Kategorie „Humankapital“, auch wenn dieser Begriff irgendwie unheimlich klingt.

Nochmals Herzlichen Glückwunsch an die grünen Städte Stuttgart, Münster und Freiburg. Am schlechtesten abschneiden tut in diesem Ranking übrigens Gelsenkirchen. Aber auch das verwundert nicht wirklich…

In Berlin gibt es ein spannendes und visionäres neues Angebot: Ein virtueller Stadtrundgang per Hörbuch, der in der Zukunft stattfindet. Aber die Zukunftsvision, die hier gezeichnet wird, ist geprägt durch das Thema Nachhaltigkeit  in der Stadtentwicklung: Berlin wird als Stadt der Nachhaltigkeit im Jahr 2037 vorgestellt, in dem Jahr in dem Berlin 800 Jahre alt wird.

Als Stadt der Nachhaltigkeit versorgt sich Berlin nahezu selbst, das Recycling aller möglichen Stoffe und Abfälle ist nahezu perfektioniert. Überall in der Stadt sind Umweltprojekte umgesetzt worden, Autos aus der Stadt verbannt und Straßen renaturalisiert worden. Das Wirtschaftswachstum ist bewusst eingefroren worden und ein bedingungsloses Grundeinkommen eingeführt. Aus Parkhäusern sind mehrstöckige Gemüse-Anbauflächen geworden und im Nikolaiviertel steht ein Wasserkraftwerk. Der öffentliche Personennahverkehr hat das Auto komplett ersetzt und alle Häuser wurden zu Passiv-Häusern umgerüstet, die im Idealfall auch noch Energie erzeugen.

Der Rundgang dauert in etwa 70 Minuten, das Hörspiel selbst knapp 40 Minuten. Diese kreative Zukunftsvision über Berlin als Stadt der Nachhaltigkeit beeindruckt die Hörer durch die konkreten und bis ins Detail ausgearbeiteten Beispiele direkt an bekannten Orten und Gebäuden der Stadt. Dadurch kommt die Vision sehr realistisch bei den Zuhörern an, die sich jeweils am Ort des Geschehens befinden und sich tatsächlich die die fiktive Zukunft hineindenken können.

Eine tolle Idee der Berliner, die nicht nur für Umweltaktivisten interessant ist, sondern für alle Menschen die sich Gedanken um die Zukunft machen (möchten). Start des Hör-Spaziergangs ist an der Marienkirche, dort kann man sich gegen eine geringe Gebühr ein entsprechendes portables Gerät ausleihen oder alternativ lässt sich auch eine passende App ausleihen. Weitere Informationen erhalten Sie auf der offiziellen Stadtseite von Berlin hier. Viel Spaß beim Eintauchen in das Berlin der Zukunft, die perfekt nachhaltige Stadt.

Der deutsche Nachhaltigkeitspreis ist eine beliebte Auszeichnung, die Stadt Neumarkt in der Oberpflaz ist gleich in zwei Kategorien nominiert: einmal für den Titel „nachhaltigste Stadt mittlerer Größe“ und für den Sonderpreis „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ von der deutschen UNESCO-Kommission. In der erstgenannten Kategorie steht Neumarkt in Konkurrenz zu den Städten Tübingen, Pirmasens und Ludwigsburg. Beim Sonderpreis „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ steht man in Konkurrenz mit Hamburg und Gelsenkirchen. Zu Beginn hatten sich 119 Kommunen für die mit 35.000 Euro dotierte Auszeichnung beworben, das Verfahren dazu ist ziemlich anspruchsvoll.

Bürgermeisterin Ruth Dorner sieht es bereits als großen Erfolg für Neumarkt an unter den vielen Teilnehmern überhaupt nominiert worden zu sein für die Auszeichnung, sollte Neumarkt den deutschen Nachhaltigkeitspreis gewinnen wird es am Nikolaustag (6.Dezember 2012) in Düsseldorf bei der Preisverleihung nochmals große Freude geben.

Qualifiziert hat sich Neumarkt für den Sonderpreis durch die finanzielle Förderung von nachhaltigen Projekten an Schulen sowie der vorbildlichen Aufklärungsarbeit im Bürgerhaus. Bei dem Städtekontest stehen Aspekte wie die Familienförderung, ehrenamtliches Engagement, nachhaltige Förderprogramme aber auch die Finanzlage und Arbeitslosenquote eine Rolle.

In Neumarkt sieht man die Teilnahme am deutschen Nachhaltigkeitspreis auch als Teil des Stadtmarketings an. So dreht beispielsweise das ZDF extra aus diesem Anlass einen Film über die Stadt, sollte Neumarkt tatsächlich gewinnen wird die Stadt wohl in ganz Deutschland sprunghaft und im positiven Sinne an Bekanntheit gewinnen.